Breaking the Rules – Inspiration für außergewöhnliche Fotos

Raus aus dem Trott, rein in neue Ideen, für Anfänger und Fortgeschrittene – Martin Krolop – Galileo Design

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Fotografie hat gestalterische Regeln deren Einhaltung eigentlich fast automatisch zu angenehmen, publikumstauglichen Bildern führt. Lässt man diese Regeln ausser acht, dann kommen meist Bilder zu Tage die schnell wieder im digitalen Abfalleimer landen. Martin Krolop zeigt, wie man es macht, damit trotz Regelbruch das nicht passiert. Er nimmt sich in seiner neusten DVD ‚Breaking the rules‘ den allseits bekannten Regeln an, erklärt sie kurz und zeigt dann wie man sie so geschickt bricht oder zumindest dehnt, dass daraus ein gutes Bild entsteht.

Ehrlich gesagt werden aber oft die Regeln nicht gebrochen sondern verbogen. Es werden kreative Methoden verwendet um in Situationen in denen die Kamera oft in der Tasche bleibt, klasse Bilder zu erzeugen – oder wie man sich von den normalen guten Fotos weg, zu kreativen Bildern hin entwickeln kann. Das geht los mit dem goldenen Schnitt der durch einen mittigen Aufbau ersetzt wird, dem fotografieren mit extremen Kontrasten bis hin zum Arbeiten im Mittagslicht mit der Einbeziehung der harten Schatten in das Bild.

Ungewöhnlich ist sicher der erste Teil des Videotrainings. Ist man gewohnt, dass es sofort mit Kamera und Blitz losgeht, sinniert Martin Krolop erst über die Regeln und deren Bruch. Ist vielleicht im ersten Moment komisch und sieht nach Zeit schinden aus, ist aber sehr wichtig um sich selbst zu öffnen, seine eigene Fotografie in Frage zu stellen und das von Martin Krolop gezeigte anschließend umzusetzen.

Für mich war spannend zu sehen, dass der Fotograf nicht mit großem Equipment angetreten ist. Eine F/T-Kamera (ok, auch nicht billig) und falls im Studio gearbeitet wird, den Standardlichtformern. Es geht viel mehr darum die Ausrüstung sehr kreativ einzusetzen um neue Bildlooks zu erzeugen. Sei es mit hohen ISO-Zahlen in s/w als auch mit dem Spiel mit dem richtig ‚falschen‘ Weißabgleich. Es gibt keinerlei Ausrede man könne das nicht nachmachen weil die Ausrüstung fehlt.

Ich würde die DVD jetzt nicht nur unbedingt als Anleitung zum nachmachen der einzelnen Übungen sehen, eher ist es ein riesiger Pool an einzelnen Anregungen die man dann mit in seine eigenen Bilder verwenden kann. Oft hat man sich bei Porträts mit seinen Methoden eingeschossen, dann ist die DVD genau richtig um wieder auf neue Ideen zu kommen die man bei sich selber einbauen kann. Ein Kapitel im Video ist aber sicher zum nachmachen da: Bunte Farbkleckse bei Porträts durch Topfreinigungs-Stahlwolle. Macht Spaß und ist wirklich einfach nachzumachen.

Klar, die Bilder kommen nicht alle so perfekt aus der Kamera. Darum gibt es noch ein Kapitel mit den Bearbeitungen die nach dem Shooting am Computer passieren. Interessant ist, es wird nicht sofort das große Photoshop ausgepackt. Das Programm der Wahl ist hier Lightroom. Ein Tool das vom Preis sehr erschwinglich geworden ist.

Wie immer ist an der technischen Seite der Videotrainings nichts zu bemängeln. Martin Krolop hat eine lebendige Stimme, der Ton ist auch bei den Außenaufnahmen sehr gut zu verstehen. Eine wertige DVD die ihren Platz im Regal verdient hat.